Ein Fulltime-Job (Blogeintrag 12.03.2017)

06 April 2017

Nach einem Wochenende in Hué und nach einigen abwechslungsreichen  Konversationen Gesprächen auf englisch, sollte es ich dann montags in der frühesten Morgenstunde wieder zurück mit dem Bus nach Nam Dong fahren.

Allerdings blieb es beim „soll“. Ich war zwar pünktlich um 06:35 Uhr an der Bushaltestelle, der Busfahrer entschied sich aber trotz meinem Winken, Brüllen und Hinterherlaufen, mich… stehen zu lassen. Und so musste ich auf den nächsten Bus warten, der um 08:00 Uhr fahren sollte. „WIEDER SOLLTE“. Denn dieser Bus tauchte schlicht und einfach nie auf.

Nächste Hoffnung : der Bus um 09:35 Uhr, dieses Mal hatte ich einen Dorfbewohner von Nam Dong neben mir. (Was mir schon mal ein kleines Sicherheitsgefühl gab, dass der Bus, wenn er dann komme, stehen bleiben würde.)

3 ½ Stunden der Warterei wurden dann schlussendlich um 10:00 Uhr, durch den endlich eintreffenden Bus gebrochen.

Während der Fahrt gab ich mich meiner Wut  hin ntschied mich ……  die Welt versinken zu lassen. Ich schlief trotz Serpentienen, einem vollen Bus und drückender Sonne, bis wir dann in Nam Dong ankamen und ich von dem Dorfbewohner geweckt wurde.

Copyright: Aide au Vietnam.

Angekommen, liess ich dann endgültig all den Ärger hinter mir und freute mich die Jugendlichen wiederzusehen.

Copyright: Aide au Vietnam.

Sie standen schon mit jeweils einen Fuß im Bett (Mittagsschlaf von 11:00- 13:30 Uhr). Und trotz leicht müder Blicke, wurde ich freudig begrüßt. Und dieser positive Affekt begleitete mich auch die ganze Woche über.

Wieder wurde fleißig gearbeitet. In dieser Woche wurde hauptsächlich Unkraut gejätet. Und der Jenige, der eigentlich für die pädagogische Betreuung zuständig war ist, stellte sich natürlich am dümmsten an … (ja damit bin ich gemeint) !

Denn es galt, das Unkraut zwischen der schnellwachsenden mir bis hier unbekannten Kohlsorte (für mich „Grünzeug“) zu finden und zu jäten.

Das Problem war nur, dass ich anstatt dem Unkraut einige kleine „Spriesslinge“ jätete. Irgendwie sah ich keinen riesigen Unterschied. Und so riss ich diese weiter fröhlich aus, bis einer der Erzieher sich mein Treiben genauer ansah.

Und nach einem lautstarkem, aber familiären Tadel, sollte ich nun wissen was wirklich Unkraut ist und was nicht.

Copyright: Aide au Vietnam.

Nach erledigter Arbeit, gegen 16:30 Uhr, wurde dann um 17:00 Uhr zu Abend gegessen. Bis dann alles abgeschlossen war, war  es meist 18:00 Uhr.

Oder simpler : die „Zeit, kräftig in den Ball zu treten“. Zwar gab es immer wieder Verwirrungen über die Teamzugehörigkeit. Aber die eigentliche Frage: „wer hat den Ball ?“, endete dann meist in einem Fußgemetzel, über das, trotz blauem Schienbein, herzlich gelacht wurde.

Lange dauerte dieses Treiben aber nicht, nach 45 Minuten waren die meisten erschöpft. Kein Wunder, wenn man schon seit 05:00 Uhr auf den Beinen ist…

 

 

 

 

Aber für etwas war ist dann doch immer noch Zeit : das abendliche Fotoshooting, das ich seit meiner Anfangszeit hier praktiziere.

Copyright: Aide au Vietnam.

Das Konzept ist einfach: ein berühmtes Foto nehmen, nachstellen und anschließend bearbeiten.

Die Umsetzung ist nicht ganz so einfach. Da es vielen der jungen Menschen schwer fehlt fällt, die fotografierten Vorbilder „mimisch“ nachzuahmen. Nichts desto  trotz, hat man seinen Spaß !

Die Resultate sprechen für sich, was die Jugendlichen, glaube ich, auch mit sehr viel Stolz erfüllt.

Und Dann ist es meist auch schon 20:30 Uhr und es wird sich müde verabschiedet, um am Folgetag mit der nötigen Energie durchstarten zu können.

Als die Jugendlichen dann freitags abgeholt wurden und ich, dem Sonnenuntergang hinter den Bergen nachschauteund, bewundernt diesen Eintrag verfasste und schon fast melancholisch wurde, zeichnete sich das „fast“ eben  doch nur als „fast“ ab :

Denn …….. hinter mir ertönte ein lautes Grunzen ! Alleine auf mich gestellt (da die Lehrer freitags ebenfalls nachhause gehen) realisierte ich schnell, dass einer der Jugendlichen die Pforte des Schweinegeheges nicht geschlossen hatte und wir das wohl übersehen hatten …..

Copyright: Aide au Vietnam.

Und so tauchte ich nicht schon ins Wochenenden ab, sondern in meinen Fulltime-Job als Erzieher/ Farmer/ Schweinehirt ! Ich schließe diesen Eintrag  somit und bereite mich auf eine aufreibende Jagd vor, um diese „dumme Sau“ einzufangen…