Ein Monat? Wo verirrte sich denn bitte die Zeit?

03 May 2017

Nachdem ich meinen zehntägigen Urlaub, in seiner Vielfalt genoss, kehrte ich bereits am 8. April nach Saigon zurück. Hier sollte ich dann auch eine Woche bleiben, um  einerseits  den roten Faden für den entstehenden Film zu entwickeln und andererseits um noch ein paar Kleinigkeiten, für das Eye Center zu erledigen.

Sieben Tag, die mir eigentlich wie ein einziger langer Tag vorkamen. Was aber auch daran liegen kann, dass ich mich manchmal in einer Art kreativem Strudel verlor und erst nach Stunden wieder herausfand. Manchmal mit, öfters ohne Resultat.

Ob man nun will oder nicht : dieses Land ist nun mal eine Quelle, aus der so viele Geschichten und einzigartige Bilder entspriessen, dass man leicht in ihren Strudeln ertrinken kann. Um weiter metaphorisch zu sprechen: Ich konnte mich bis jetzt zwar noch nicht ins Trockene retten, sehe aber schon das Ufer…

 

Ich denke erst mit dem fertiggestellten Film lassen sich Urteile fällen.

 

Nach diesem Strudel, hieß es dann auch wieder „back to the roots“ und ich kehrte zu dem OGCDC Team nach Hué zurück.

Und das aller erste Mal,  erwartete mich ein sonniges Hué, ganz ohne Regen. (Naja schon 2 Tage später begrüßte er mich dann wieder in alt gewohnter Weise).

Im Büro gab es die ein oder andere Frage, im gestalterischen Bereich, die dringlich zu lösen waren. Auch wenn dies sehr banal oder gar oberflächlich erscheint, darf nicht vergessen werden, dass die Website oder Flyer oft der erste Kontakte zwischen NGO und Spender ist. Deshalb ist es maßgebend, um diese sinnvoll zu gestalten, damit potentielle Interessenten nicht abgeschreckt werden.

8 Arbeitstage arbeiteten das Team und ich Hand in Hand, um nach Lösungen zu suchen. Ja „les goûts et les couleurs…“ Aber wir fanden Lösungen.

In diesem Zug durfte ich dann auch mein erstes „semi-semi professionelles“ Fotoshooting abhalten.

….Fotograf werde ich wohl nicht werden ;D.

 

Nach dem dies erst mal alles abgeschlossen war,  konnte ich wie versprochen am Freitag, dem 28. April, voller Vorfreude nach Nam Dong zurückkehren.

Ich nahm wie immer den Bus. Schlief wie immer im Bus. Wie immer machte der Bus einen Zwischenstopp, weil es einem durch diesen ganzen  Kurven schlecht wurde, wie immer stieg ich aus und wie immer wartete Hai, mit ihrem Motoroller, auf mich.

Und auch wenn alles gleich schien,  war doch alles anders. Denn als ich auf der Farm ankam, realisierte ich, dass so etwas wie wie Frühling oder besser Herbst (auf jeden Fall Erntezeit) angebrochen sein musste. Alles blühte und seit meiner Abwesenheit, müssen einige der Gemüsesorten um das vierfache gewachsen sein. Aus grünen Minireisfelder, sind nun gelblich orange und hüfthohe Reispflanzen entstanden, die täglich von den Bauern geerntet werden.

Ein Naturspektakel, was ich selten so wahrnehmen konnte. Nur 1 Monat? Irgendwie erschien es mir schon fast surreal. So schnell konnte alles doch nicht wachsen. Aber die perfekte Mischung aus Regen  und Sonnenschein, schien es wohl möglich zu machen.

Und auch wenn dieses Naturspektakel mich wie gesagt faszinierte,  war es nur der Vorgeschmack eines viel größeren Spektakels… nämlich den Menschen, die schon auf mich warteten und mich begrüßten als wäre ich Jahre weg gewesen. Bei ihnen hat sich Gott sei Dank nichts verändert. (Außer vielleicht, die ein oder andere Haarmähne …..)

Tja,  Zeit ist halt relativ. Aber ob Minuten oder Stunden, ich merke wie schnell die Zeit an mir vorbeirast.

In  meinem letzten Monat will ich daher die Zeit noch ein letztes Mal bewusst mit diesen netten Menschen ausleben….und auch künftig u.A. fleißig an diesem Blog arbeiten.