Das Tet Neujahrsfest! (21. Januar – 5. Februar 2016)

26 February 2017

Mein Flug nach Ho Chi Minh City, ging am Samstag, 21.Januar 2017. Es war der Tag, nach dem Jahresabschlussfest, das ich gemeinsam mit dem OGCDC Team genießen konnte.  Der Flieger ging dementsprechend früh.

Den Schlaf noch in den Augen, kam ich in Ho Chi Minh City an. Hektik, Hitze und panische Menschen. JA es war die Zeit vor dem Tet-Neujahrsfest und jeder wollte entweder in diesen Kessel, von  Metropole oder wieder aus ihr heraus. In jedem Falle denke ich, dass man sich das Chaos am Flughafen als Außenstehender, nicht vorstellen kann, wenn man es nicht selbst miterlebt hat.

© Aide au Vietnam

Vor Ort sollte ich mich dann mit Hà Backes-Phan, einem Mitglied des AAV treffen. Hà kehrte genau so wie Millionen von anderen vietnamesischen Menschen, nach Hause zurück, um dieses schöne Fest mit der Familie feiern zu können. Nach dem Tet-Fest, was ungefähr während einer Woche gefeiert wird, sollten Hà und ich die Projekte besuchen, in denen ich tatkräftig dokumentieren soll. Dies würde allerdings erst ab dem sechsten Februar losgehen. So sollte ich mich erstmal während dem Wochenende in Ho Chi Minh City einleben. Bevor ich die nächsten zwei Wochen mit Home Office und Sammeln von Schnittbilder befassen würde.

Wenige Tage trennten uns noch vom Tet Fest.  Tage, die für Jeden unheimlich anstrengend sein mussten. Überall strömten Menschen in den Gassen, um noch die letzten Einkäufe vor den Feierlichkeiten zu machen. Freies Bewegen, ohne Motorrad…unmöglich.

Dementsprechend freute ich mich sehr darüber, spontan eine Unterkunft, bei einem der Partner von AAV zu erhalten. Mein Zuhause für die nächsten Woche, ein Zimmer im siebten Stock in einer Augeklinik. Das Beste… am Tag meiner Ankunft schloss die Institution für eine Woche ihre Türen. Für mich wurde diese Unterkunft, dementsprechend zu einem Ruhepol und zu einer Ausweichmöglichkeit, um dem Stress auf der Straße zu entkommen. Hinzu kommt,  dass ich durch die Feierlichkeiten, wie gesagt zum Homeoffice „gezwungen“ war und mir daher ein Schreibtisch mehr als nur gelegen kam.

Ich nutzte die Zeit, um die geplante Projekte in Nam Dong weiter vorzubereiten, an Blogeinträgen zu schreiben, Kontakte aufzunehmen und schlussendlich um die Projekte, die wir bald besuchen würden im Detail zu studieren. Und so kam das Tet-Fest dann doch sehr schnell.

Das Neujahr wurde vom 27. auf den 28. Januar 2017 eingeläutet und ich hatte das Glück, das neue Jahr, gemeinsam mit Ha’s Familie freudig begrüßen zu dürfen . So konnte ich an  Traditionen teilnehmen, die als Tourist ansonsten unzugänglich gewesen wären. Zudem konnte ich eine einheimische Familie kennenlernen und mich mit ihnen gemeinsam, eines köstlichen Essens erfreuen.

© Aide au Vietnam

Um 10 ( undenkbar für einen europäischen Sylvesterabend ), wurde die Stimmung dann ruhiger und man wartete auf den Pagodabesuch um Mitternacht. Hà meinte allerdings, ich sollte besser ins Zentrum gehen, da ich dort mehr sehen könnte. Gesagt, Getan. Ein Haufen an Leute, Lichter und kleinen mobilen Fressbuden. Kamerablitze, Sefies und sehr viel Schnlenderei. Aber wo war das Feiern? Ich erwartete mir ähnliche Szenarien wie in einer Sylvesternacht in Berlin. Aber nein. Nicht mal ein Countdown, um 12. Aber war die Stimmung schlecht? Nein keineswegs, es war gemütlich und es blieb auch die restlichen 5 Tage so!

 

Ich nutzte die Zeit, um die Gegend zu sehen und den Leuten, bei ihrem Festagstreiben zuzusehen. Dabei entdeckte ich einen Haufen an Plastiktischen, an denen Familien, Freunde und Nachbarn saßen  und einfach nur die Zeit an sich vorbeiziehen ließen, Karaoke sangen und evt. Das ein oder andere Bier genossen.  Ich denke, dass mich die Leute als „einsamer Fotograf“ ansahen, denn ich wurde zu fast jeder Gelegenheit auf ein kühles Getränk eingeladen.

 

Und auch ich genoss diese Ruhe, wenig Motorräder, entspannte Leute und auf einmal ein wunderschönes Saigon.

 

Leider nähert sich das Fest langsam aber sicher seinem Ende, kontinuierlich nimmt die Anzahl der offenen Geschäften und Motorräder wieder zu. Aber ich denke, dass ich ein enormes Glück hatte eine Megametropole wie Ho Chi Minh City, während eines so schönen Festes und fernab von Tourismus kennen gelernt zu haben. Und so endet mein fast festlicher Bericht am Schreibtisch des siebten Stockes und ich bin gespannt was mich in den kommenden Tagen erwarten wird…